Vedische Astrologie · Begriffe
Jyotish-Glossar
Die vedische Astrologie spricht Sanskrit — und fast jeder Begriff trägt mehr Bedeutung, als seine Übersetzung verrät. Hier sind die wichtigsten, ruhig erklärt. In deinem persönlichen Handbuch ist jeder dieser Begriffe direkt im Text antippbar.
- Amatyakaraka (AmK)
- Der Planet mit dem zweithöchsten Grad im Horoskop — Anzeiger für Berufung und das tätige Denken (Jaimini-System).
- Amavasya
- Neumond. Eine Geburt bei dunklem Mond gilt traditionell als Hinweis auf ein nach innen gerichtetes, feinfühliges Gemüt.
- Antardasha / Bhukti
- Unterperiode innerhalb einer Mahadasha — verfeinert die große Lebensphase zu Zeitfenstern von einigen Monaten bis wenigen Jahren.
- Arudha Lagna
- Das „wahrgenommene Selbst“: wie die Welt einen sieht — im Unterschied zum Lagna, das beschreibt, wer man ist (Jaimini-Technik).
- Aspekt (Drishti)
- Der „Blick“ eines Planeten auf andere Häuser und Planeten. Alle Grahas aspektieren das 7. Haus von sich aus; Mars zusätzlich das 4. und 8., Jupiter das 5. und 9., Saturn das 3. und 10.
- Atmakaraka (AK)
- Der „Seelenanzeiger“: der Planet mit dem höchsten Grad im Horoskop. Er zeigt die Kern-Lebensaufgabe (Jaimini-System).
- Ayanamsha
- Der Versatz zwischen tropischem und siderischem Tierkreis (derzeit rund 24°). Jyotish rechnet siderisch — am sichtbaren Sternenhimmel —, meist nach der Lahiri-Konvention.
- Bhava
- Haus — einer der zwölf Lebensbereiche des Horoskops, vom Selbst (1.) bis zur Loslösung (12.).
- Chara Karaka
- Die nach Grad gereihten Jaimini-„Anzeiger“ — sieben (oder acht) Rollen vom Atmakaraka bis zum Darakaraka, vom Selbst bis zum Partner.
- Combust / Verbrannt (Asta)
- Ein Planet, der zu nah an der Sonne steht. Seine äußere Wirkkraft ist gedämpft, die innere oft verstärkt — die Qualität wendet sich nach innen.
- Darakaraka (DK)
- Der Planet mit dem niedrigsten Grad im Horoskop — Anzeiger des Lebenspartners (Jaimini-System).
- Dasha
- Planetare Zeitperiode. Dashas beschreiben, welcher Planet eine Lebensphase prägt — das verbreitetste System ist Vimshottari mit einem 120-Jahre-Zyklus.
- Dig Bala
- „Richtungsstärke“: Jeder Planet hat ein Haus, in dem er besonders kraftvoll wirkt — etwa Saturn im 7., die Sonne im 10.
- Dusthana
- Die „schwierigen“ Häuser 6, 8 und 12: Krankheit, Krisen, Verlust — zugleich Orte von Dienst, Tiefe und Loslösung.
- Gandanta
- Die heiklen Nahtstellen zwischen Wasser- und Feuerzeichen. Planeten dort stehen an einer Schwelle — Themen dieser Planeten tragen Übergangscharakter.
- Graha
- Wörtlich „Greifer“: einer der neun Himmelskörper des Jyotish — Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn sowie die Mondknoten Rahu und Ketu.
- Jyotish
- „Wissenschaft des Lichts“ — die klassische vedische Astrologie Indiens. Sie rechnet siderisch, stellt Mond und Nakshatras in den Mittelpunkt und arbeitet mit Zeitperioden statt Tageshoroskopen.
- Karakamsha
- Das Navamsa-Zeichen des Atmakaraka — gilt als tiefer Indikator für das Seelenanliegen.
- Karana
- Die Hälfte einer Tithi; eines der fünf Panchanga-Glieder des Geburtstages.
- Kendra
- Die Eckhäuser 1, 4, 7 und 10 — Orte der Stärke, Sichtbarkeit und des Handelns.
- Ketu
- Der absteigende Mondknoten: Loslösung, Intuition, das in früheren Kapiteln bereits Gemeisterte — dem man nicht mehr hinterherläuft.
- Lagna
- Der Aszendent: das Zeichen, das im Moment der Geburt im Osten aufging. Bezugspunkt des gesamten Horoskops — darum zählt die Geburtszeit.
- Mahadasha
- Planetare Großperiode — im Vimshottari-System je nach Planet zwischen 6 und 20 Jahren.
- Mulatrikona
- Ein bevorzugter Stärkebereich eines Planeten innerhalb seines eigenen Zeichens.
- Nakshatra
- Eines der 27 Mondhäuser — eine feinere Schicht unter den zwölf Zeichen. Zentral für Persönlichkeitsdeutung und die Berechnung der Dashas.
- Neecha / Neecha Bhanga
- Fall (Debilitation): der Schwächezustand eines Planeten — und Neecha Bhanga dessen Aufhebung, die aus der Schwäche eine besondere, erarbeitete Kraft machen kann.
- Pada
- Ein Viertel eines Nakshatra — verbindet das Mondhaus mit dem Navamsa.
- Panchanga
- Die fünf Zeitglieder eines Tages: Vara (Wochentag), Tithi (Mondtag), Nakshatra, Yoga und Karana. Zusammen beschreiben sie die Qualität des Geburtstages.
- Rahu
- Der aufsteigende Mondknoten: Hunger, Wachstum, das Unvertraute — die Richtung, in die das Leben drängt, auch wenn sie fremd ist.
- Rashi
- Tierkreiszeichen. Das Rashi-Chart ist das Grundhoroskop: zwölf Zeichen, zwölf Häuser, neun Grahas.
- Sade Sati
- Die rund siebeneinhalb Jahre, in denen Saturn über den Geburtsmond und seine Nachbarzeichen wandert. Oft gefürchtet — tatsächlich eine Zeit der Entrümpelung und Reifung.
- Tithi
- Mondtag: der Winkel zwischen Sonne und Mond, gemessen in 12°-Schritten — eines der Panchanga-Glieder.
- Upachaya
- Die „wachsenden“ Häuser 3, 6, 10 und 11 — Planeten dort gewinnen mit den Jahren an Kraft.
- Vargottama
- Ein Planet im gleichen Zeichen in Rashi und Navamsa — das verleiht ihm Stabilität und Verlässlichkeit.
- Vimshottari Dasha
- Das 120-Jahre-Zeitperioden-System — der Standard der Dasha-Rechnung, abgeleitet aus dem Nakshatra des Geburtsmondes.
- Viparita Raja Yoga
- „Umgekehrtes Königs-Yoga“: Stärke, die aus den Herrschaften der schwierigen Häuser entsteht — Gewinn aus Widrigkeit.
- Whole Sign (Häusersystem)
- Das älteste Häusersystem: Jedes Zeichen ist genau ein Haus. Standard des klassischen Jyotish — und die Rechengrundlage von Antya.
- Yoga
- Eine planetare Kombination mit eigener Bedeutung (etwa Gajakesari oder Budha-Aditya) — daneben auch eines der fünf Panchanga-Glieder.
- Yogakaraka
- Der für einen bestimmten Aszendenten besonders förderliche Planet — etwa Saturn für Stier-Lagna.
Was diese Begriffe in deinem Horoskop bedeuten, steht in deinem Handbuch.
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